Jahresbericht 2017

Vorwort

Nachdem die Mitgliederversammlung am 16. April 2018 den Vorstand der Mainzer Hospizgesellschaft einstimmig entlastet hat, können wir Ihnen den Jahresbericht 2017 vorlegen. Er gibt Rechenschaft über die Tätigkeiten des zurückliegenden Jahres und enthält Daten und Fakten, die unsere Arbeit im Jahr 2017 widerspiegeln. Der Jahresbericht dient sowohl Mitgliedern als auch Interessierten als Information über die vielfältigen Aktivitäten und unterschiedlichen Angebote 2017. Außerdem gibt er Zeugnis über die Verwendung der uns zur Verfügung gestellten Finanzmittel.

Für uns bleibt festzuhalten, dass alle Mitarbeiter hoch motiviert und die Anfragen nach hospizlicher Begleitung angestiegen sind. 2017 konnten wir wieder neue ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter gewinnen, die Dank des guten Arbeitsklimas problemlos in die Teams integriert wurden. Manche Mitarbeiterinnen verließen uns auch, meist aus persönlichen oder beruflichen Gründen. Ein Abschied schmerzte dabei ganz besonders: im Oktober 2017 verstarb nach kurzer schwerer Krankheit Margit Blessmann, eine hoch engagierte Mitarbeiterin im Christophorus-Hospiz, begleitet von ihren Kolleginnen in Drais. Ihr selbst gewählter und geschätzter Arbeitsplatz wurde so zu ihrem letzten Zuhause.

Neue Wege haben wir in der Öffentlichkeitsarbeit beschritten: Die geplanten Aktionen wurden in einer Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Vorstands und des Teams erarbeitet. Auf einem städtischen Bus warben wir mit dem Slogan „Einsteigen ins Ehrenamt“ für weitere ehrenamtliche Mitarbeiter. Auf Litfaßsäulen haben zwölf Menschen „dem Mainzer Hospiz ein Gesicht gegeben“. Bei der Umsetzung dieser Idee unterstützten uns Sara Rojo (Grafik-Design, Hospizbegleiterin im Christophorus Hospiz) und Roman Knie (Fotograf) mit großem Engagement, dafür ganz herzlichen Dank. Die durchweg sehr positiven, teils begeisterten Rückmeldungen zeigen uns, dass diese Art der Werbung Wirkung zeigt. Vielleicht wurde dadurch die Hemmschwelle, die noch immer mit dem Begriff „Hospiz“ verbunden ist, gesenkt, denn wir konnten vermehrt Anfragen für unsere Kurse feststellen.

Unser Angebot „ Mainzer Hospiz unterwegs“ führten wir auch 2017 fort. Wir waren zu Gast in der Mazedonisch-orthodoxen Gemeinde in Mainz-Hechtsheim, durften deren Gastfreundschaft erleben und erhielten bei der Besichtigung der Kirche viele interessante Informationen.

Die Kooperationen mit verschiedenen Seniorenheimen wurden weiter ausgebaut und die Besuche einer Hospizfachkraft inzwischen an die jeweils spezielle Situation vor Ort angepasst.

Intensive Beratungsgespräche, Pflege der Vernetzung, Schulungen und Fortbildungen der ehrenamtlichen Hospizbegleiter sind neben der Begleitung der betroffenen Familien die Arbeitsschwerpunkte der beiden Koordinatorinnen des Ambulanten Kinder-und Jugendhospizdienstes, Eva Wagner und Jana Schempf. Sie leisten diese nicht zu unterschätzende, wertvolle Aufbauarbeit sehr engagiert und professionell. Bemerkenswert auch das besondere Engagement und die hohe Motivation der ehrenamtlichen Begleiter des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes. Aus ihren Reihen kam der Anstoß für die Entwicklung des Logos „Mobile“.

Im Erwachsenenbereich stehen nun 55 Ehrenamtliche für die Begleitung der Patienten und deren Familien bereit. Zunehmend besuchen auch jüngere Menschen die Kurse, um sich intensiv mit dem Thema Sterben und Tod auseinander zu setzen. Diese Entwicklung gibt uns Zuversicht, dass wir hospizliche Begleitung durch ehrenamtliche Mitarbeiter auch in den nächsten Jahren gewährleisten können.

Unsere Angebote für Menschen in Trauer, wie der monatlich stattfindende Gesprächskreis, das Frühstücksangebot und der Spaziergang im Rosengarten, wurden sehr gut angenommen. Ebenso die zweimal im Jahr angebotene Trauergruppe für Menschen, die ihren Partner verloren haben. Eine längere Wanderung ist ein neues Angebot einer Trauerbegleiterin, das so positiven Anklang fand, dass 2018 weitere Wanderungen geplant sind.

Der Ökumenischen Hans-Voshage-Hospizstiftung war es auch 2017 wieder möglich, einen ansehnlichen Betrag an uns zu überweisen – und dies in Zeiten niedriger Zinsen. Herzlichen Dank den Verantwortlichen für ihr ehrenamtliches Engagement.

Ehrenamtlich engagieren sich auch die Mitglieder des Beirats und stellen so ihre berufliche Kompetenz zur Verfügung. Diese „Beratung“ ist für uns nicht nur zukunftsweisend, sondern wir schätzen auch ganz besonders den Austausch untereinander.

Viele Initiativen, Vereine, Musikgruppen, und Einzelpersonen haben uns 2017 mit ihren Spenden wieder unterstützt. Vorstand und Geschäftsführung sind sich ihrer Verantwortung für die Verwendung dieser Gelder bewusst und dankbar für das Vertrauen, das uns die Spender entgegenbringen.

Die Kooperationen und Vernetzung des Ambulanten Hospizes mit dem Stationären Hospiz, der Palliativstation an der Universitätsmedizin Mainz und dem Palliativteam des Katholischen Klinikums Mainz (KKM) sowie die Zusammenarbeit mit vielen Hausärzten ermöglichten auch im Jahr 2017 eine adäquate Hospiz- und Palliativ- Begleitung zahlreicher Patienten.

Wir hoffen, dass wir Ihnen einen Überblick über unsere Angebote und Aktivitäten des vergangenen Jahres geben können. Für die Beantwortung weitergehender Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Unser Bestreben für die kommenden Jahre ist es, allen betroffenen Menschen eine Hospiz- oder Palliativ- Betreuung anbieten zu können und ihnen somit „Leben bis zuletzt“ zu ermöglichen. Dafür wollen wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln – auch mit Hilfe unserer Unterstützer- einsetzen.

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